Nachhaltige Sanitärversorgung in Togo

Nachhaltige Sanitärversorgung in Togo

Komposttoiletten für Schulen und Dörfer – gefördert durch die Elisabeth Ferrari Stiftung

Ausgangssituation
In vielen ländlichen Regionen Togos fehlt es an einer grundlegenden sanitären Infrastruktur. Weder private Haushalte noch Schulen verfügen häufig über angemessene Toilettenanlagen. Fehlende Wasserzu- und -ableitungssysteme machen herkömmliche Sanitärlösungen nahezu unmöglich; oftmals existieren lediglich einfache Latrinen oder gar keine Einrichtungen.
Die Folgen sind gravierend:
– Gesundheitsrisiken durch verunreinigtes Trinkwasser
– Ausbreitung von Krankheiten insbesondere nach Starkregen
– Gefahren beim nächtlichen Gang ins Freie
– Einschränkungen der Würde und Sicherheit, besonders für Kinder und Frauen
Hier setzt das Projekt des Vereins Ein Herz für Togo an, das von der Elisabeth Ferrari Stiftung unterstützt wird.

Projektziel
Ziel des Projektes ist die nachhaltige Verbesserung der sanitären Grundversorgung in Dörfern und Schulen in Togo durch den Bau von Komposttoiletten.
Ein Toilettenhaus mit zwei Kabinen kostet 5.000 Euro. Je nach Standort und Anzahl der Nutzerinnen und Nutzer werden drei bis vier Toilettenhäuser benötigt, um eine angemessene Versorgung sicherzustellen.
Die Förderung ermöglicht nicht nur den Bau einzelner Anlagen, sondern unterstützt den Aufbau langfristig tragfähiger Strukturen vor Ort.

Nachhaltige Lösung: Komposttoiletten
Komposttoiletten bieten eine ressourcenschonende und zukunftsfähige Alternative zu wassergebundenen Systemen:
– Kein Bedarf an fließendem Wasser
– Geschlossener Nährstoffkreislauf
– Produktion von wertvollem Kompost für Landwirtschaft und Gemüsegärten
Die Fäkalien werden mit trockenem organischem Material eingestreut und über einen Zeitraum von etwa acht Monaten kompostiert. Das Endprodukt kann anschließend als natürlicher Dünger genutzt werden.
So entsteht aus einem hygienischen Problem eine ökologische Ressource – ein praktisches Beispiel gelebter Kreislaufwirtschaft.

Stärkung lokaler Verantwortung
Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist die Einbindung und Schulung lokaler Partner. Ziel ist es, dass Dörfer und Schulen mittelfristig eigenständig weitere Toiletten planen und umsetzen können.
Im Rahmen eines Pilotprojekts im Dorf Fokoute wird die Akzeptanz für Komposttoiletten gezielt gefördert. Lokale Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner werden in Bau, Nutzung und Wartung geschult und wirken als Multiplikatoren für weitere Gemeinden.
Der Bau erfolgt mit lokalen, traditionellen und nachhaltigen Materialien wie Lehmziegeln. Dadurch werden regionale Wertschöpfungsketten gestärkt und kulturelle Bauweisen berücksichtigt.

Wirkung und Bedeutung der Förderung
Durch die Unterstützung der Elisabeth Ferrari Stiftung wird ein wirkungsvoller Beitrag zu Gesundheitsschutz, Umweltbildung und nachhaltiger Entwicklung geleistet.
Die Förderung trägt dazu bei:
– hygienische Bedingungen in Schulen und Dörfern zu verbessern
– Krankheitsrisiken zu reduzieren
– die Trinkwasserqualität zu schützen
– landwirtschaftliche Erträge durch natürlichen Dünger zu erhöhen
– Bewusstsein für nachhaltige Kreislaufwirtschaft zu schaffen
– lokale Selbstwirksamkeit und Eigenverantwortung zu stärken
Das Projekt verbindet Gesundheitsvorsorge, Umweltschutz und Bildungsarbeit in einem integrativen Ansatz.
Mit ihrer Unterstützung ermöglicht die Elisabeth Ferrari Stiftung konkrete Verbesserungen der Lebensbedingungen und fördert zugleich nachhaltige Entwicklungsimpulse, die weit über den Bau einzelner Toilettenanlagen hinausreichen.

Förderhöhe: 4500 EUR
Stiftungszweck: Förderung des öffentlichen Gesundheitswesens